Warum ich aufgehört habe, gegen meinen Körper zu kämpfen
- tanja-parzinger
- 21. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt diesen einen Moment, wo du einfach nicht mehr kannst. Nicht weil du aufgibst — sondern weil du endlich ehrlich bist.
Bei mir kam er vor zwei Jahren. Neue Diagnose: Osteoporose. Neues Rezept lag auf dem Tisch. Ich hab draufgeschaut, hab die Nebenwirkungen gelesen — Gelenkschmerzen — und hab gedacht: ich nehme seit Jahren Rheuma-Medikamente, die mir außer Nebenwirkungen nichts gebracht haben. Und jetzt soll ich zusätzlich etwas nehmen, das mir genau die Schmerzen macht, gegen die ich eigentlich ankämpfe. Die Osteoporose selbst? Kam vom jahrelangen Cortison. Also ein Medikament, das ein anderes nötig macht, das ein weiteres nötig macht.
Ich hab das Rezept nicht eingelöst.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. "Sie müssen wissen, was Sie tun." Das war noch die freundliche Variante. Heute, wenn ich zum Blutbild gehe — und ja, ich gehe noch zum Arzt, ich bin ja nicht lebensmüde — kommt manchmal noch: "Was wollen Sie eigentlich hier, wenn Sie eh nichts nehmen wollen?" Vielleicht einfach nur meine Blutwerte im Blick behalten. Mehr nicht. Ist das so schwer zu verstehen?
Ich sage das nicht, um die Schulmedizin schlecht zu reden. Ich sage es, weil ich weiß, dass viele Frauen mit Rheuma genau an diesem Punkt stehen und sich nicht trauen, das laut zu denken. Der Gedanke, einfach aufzuhören. Nicht weil man leichtsinnig ist, sondern weil man nach Jahren merkt: es wird nicht besser, es wird nur anders schlecht.
Sterben kannst du im Regelfall nicht daran. Das war mein Gedanke damals. Und ich weiß, das klingt radikal. Aber dieser Gedanke hat mir mehr Klarheit gebracht als alles, was davor kam.
Ab dem Moment, wo ich aufgehört habe, meinen Körper mit Substanzen zu überfluten, die er nicht will, ist etwas passiert. Nicht über Nacht. Nicht dramatisch. Aber Schritt für Schritt. Heute nehme ich doTERRA und Reico, und vielleicht zweimal im Monat eine Schmerztablette, wenn es wirklich nötig ist. Das war vor zwei Jahren undenkbar.
Was ich seitdem verstanden habe: Kämpfen gegen den eigenen Körper kostet mehr Energie als die Krankheit selbst. Wenn du ständig gegen etwas ankämpfst, bist du erschöpft — nicht nur körperlich, sondern in einer Tiefe, die keine Tablette erreicht. Der Körper ist kein Feind. Er zeigt dir etwas. Und solange du nur versuchst, die Anzeige zum Schweigen zu bringen, hörst du nie, was er dir sagen will.
Das ist nicht der Aufruf, deine Medikamente abzusetzen. Das ist meine Geschichte. Und vielleicht erkennst du dich darin — nicht in den Entscheidungen, sondern in dem Gefühl, das davor kommt. Dieses leise, erschöpfte: So kann es nicht weitergehen.
Wenn du merkst, dass du an diesem Punkt bist und nicht weißt wie es weitergehen soll — dafür bin ich da. Ich begleite Frauen mit Rheuma genau an dieser Stelle. Nicht mit Patentrezepten, sondern mit einem ehrlichen Hinschauen auf das, was wirklich gerade los ist. Schreib mir einfach. 🤍




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